Am 7. und 8.4.26 sollte der Mond erst nach 2 Uhr
aufgehen so dass man
am Abend noch ein paar Stunden beobachten konnte. Zudem lockte der
Komet C/2025-R3 mit etwa 5 mag in der Morgendämmerung, so dass es
lohnte auch nach Mondaufgang
noch ein paar Stunden anzuhängen.
Es wurde schon früh gestartet, doch am Beobachtungsplatz war es
wolkig.
Während der Himmel in München schon klar war, staute sich in
den Bergen noch Restbewölkung.
Es war Geduld gefragt und tatsächlich zog der Himmel nach 2
Stunden frei.
In der zweiten Nacht war es von Anfang an klar und es
wurde bis zur Morgendämmerung beobachtet.
Auf der Zielliste konnte einiges abgehakt werden.
Am frühen Abend stand der Fuhrmann noch hoch und es wurde der
Dunkelnebel B26-B28 probiert.
Mit 125x war der Kontrast im 12" Dobson so gut das sich die dunklen
Bereich abhoben.
Dennoch lohnt es das Zielgebiet bei höheren Horizontabstand
nochmal genauer zu untersuchen.
Nach M57 ist NGC6765 der hellste PN im Sternbild Leier wobei er mit 13
mag auch nicht grade hell ist. Im 12" Dobson erschien er mit 190x als
leicht elliptisches Scheibchen mit 2 Helligkeitszentren am oberen und
unteren Ende der Längsachse, die nicht leicht zu erkennen waren.
Der Rabe ist ein kleines aber markantes Sternbild
unterhalb der Jungfrau. Dort ist bei etwa -20 Grad dek
der Planetarische Nebel NGC4361 zu beobachten. Mit 11 mag zählt er
zu den helleren PNs und hebt sich trotz Horizontnähe gut vom
Hintergrund ab.
Er erschien im 12" Dobson als kleines Oval mit einer verdrehten
Querachse. Ohne Filter war
der helle Zentralstern gut zu sehen.
NGC3395 und NGC3396 bilden ein hübsches
wechselwirkendes Galaxienpaar, das sich in einem
fast rechten Winkel zu berühren scheint. Die kleinere Galaxie
NGC3396 hat einen stellaren Kern
und ist etwas runder. NGC3395 erscheint elliptischer und ist mittig
aufgehellt aber ohne Kern.
Eine ähnliche Beschreibung wie bei NGC3395/6 kann
man auch beim Pärchen NGC5929/30 verwenden.
Die wechselwirkenden Galaxien sind auch als Arp90 bekannt. NGC5929/30
bilden ein hübsches wechselwirkendes Galaxienpaar, das sich mittig
zu berühren scheint. Die kleinere Galaxie NGC5930 hat einen
stellaren Kern
und ist etwas runder. NGC5929 erscheint elliptischer und ist mittig
aufgehellt aber ohne Kern.
M107 gehört zu den seltener beobachteten
Kugelsternhaufen des Messier Katalogs. Er steht mit 7,8mag eher in der
zweiten Reihe und ist mit
-13 Grad Deklination wegen seiner südlichen Position für
Beobachter in Mitteleuropa eher unattraktiv.
Im 12" Dobs wirkt er wie ein Offener Sternhaufen mit etwa 50 Sternen.
Die westliche Seite
scheint etwas heller zu sein. Nach Osten gibt es einen
´Schweif´ schwächerer Sterne.
Dadurch wirkt er leicht elliptisch.
Markant ist die Lage im Zentrum eines Kreuzes aus schwachen Sternen.
In der zweiten Nachthälfte kletterten die Scheren
des Skorpion über den Horizont. Rechts von Antares steht der helle
Kugelsternhaufen M4.Auf gleicher Höhe aber deutlich weiter links
steht M19.
Im 12" Dobs ist dieser Kugelsternhaufen gut aufzulösen. Die
westliche Seite
scheint etwas heller zu sein. Nach Osten gibt es einen
´Schweif´ schwächerer Sterne.
Dadurch wirkt er leicht elliptisch. Da gibt es Ähnlichkeiten zu
M107 doch ist M19 konzentrierter.
Nicht aufzulösen war der wenige Grad weiter
östlich stehende Kugelsternhaufen NGC6293. Er ist etwa 2 mag
schwächer und blieb
auch bei hoher Vergrößerung ein kleines, rundes, diffuses
Bällchen.
M96 ist ein Klassiker am Frühlingshimmel. Mit 12
Zoll sah man einen elliptischen Glow mit diffusen, nicht stellaren
Kern. Die Westseite schien etwas heller zu sein.
Auf dem Weg zu M96 ging es an der Gruppe um M105 vorbei. Die 3
Galaxien standen nicht auf der Zielliste wurden aber bei der
Gelegenheit trotzdem beobachtet und fotografiert.
NGC4631 gehört zu den großen
´Prachtgalaxien´ die für jedes Gerät was zu
bieten haben.
Die langgestreckte Form hat das Achsverhältnis von 1:7 und
unterteilt sich grob in 3 Abschnitte: schwach, hell, schwach
im Verhältnis 3:6:4. Die hellere Mitte ist bauchig ohne Kern aber
mit 2 Helligkeitszentren an den Enden.
Über der Mitte der Galaxie schwebt ein schwacher Begleiter.
Zwischen den beiden Galaxien steht ein
heller Vordergrundstern.
Auf der Suche nach NGC4214 kam NGC4244 ins Blickfeld.
Sie wird auch als Silbernadelgalaxie bezeichnet und ist eine
Spiralgalaxie mit ausgedehnten Sternentstehungsgebieten vom Hubble-Typ
Sc im Sternbild Jagdhunde.
Im Teleskop sieht man einen langgezogenen diffusen Strich der mystisch
zwischen den Sternen schwebt.
NGC4214 war vergleichsweise enttäuschend. Zu sehen
war ein elliptischer Glow der in der Mitte heller war
und sich in zwei Helligkeitszentren aufteilte. Das Halo schien etwas
asymmetrisch zu sein und auf der kurzen Achse beidseitig minimal
heller. Der Anblick erinnerte so an einen PN.
M63 in den Jagdhunden ist auch als Sonnenblumengalaxie
bekannt, wobei der blumige Charakter nur
auf Fotos zu sehen ist. Im 12-Zöller sieht man eine elliptische
Hülle mit Kern. Der Kern ist leicht diffus und etwas aus der Mitte
versetzt
Auf der kurzen Achse sind etwas gedreht links und rechts vom Kern 2
Abdunklungen zu erkennen.
NGC4205 ist eine unscheinbare 13mag-Galaxie die niemand
anschauen würde, wenn es dort nicht grade eine Supernova
gäbe.
SN2026fvx wurde am 20.3.26 entdeckt. Zum Beobachtungszeitpunkt
wurde sie mit 13,1mag gemessen.
Visuell war die Galaxie im 12" Dobson schon im Übersichtsokular
sofort
sichtbar und auch die Supernova war leicht zu erkennen.
Die Galaxie ist spindelförmig ohne Kern mit
gleichmäßiger Helligkeit.
Gleich neben der Supernova ist ein fast gleich heller Vordergrundstern.
Das Galaxientrio um NGC3995 wurde einige Wochen zuvor
schon mal mit 8 Zoll auf Helgoland angeschaut.
In den Voralpen war der Unterschied mit 12 Zoll Dobson sichtbar aber
nicht gravierend.
Der Himmel war in Helgoland schon erstaunlich dunkel.
In NGC3991 war nun zusätzlich grenzwertig eine Zweiteilung der
Helligkeit zu erkennen.
Bei NGC3994 sah mein einen stellaren Kern.
Interessant war das Umfeld mit NGC3986. Das ist eine kleine
Edge-On-Galaxie. Sie war
als längliches Objekt schwach sichtbar.
Auf halben Weg dorthin sah man auch noch die Galaxie IC2979 als
diffusen Spot.
Gegen 5 Uhr war der Komet C/2025 R3 ausreichend hoch um
ihn am Osthorizont zu beobachten.
Trotz Mond war bei dem etwa 6 mag hellen Kometen die runde Koma gut zu
sehen.
Es gab zwar keinen stellaren Kern aber eine Aufhellung die in der Koma
versetzt war.
Der Gasschweif schloss sich im rechten Winkel zum Versatz an. Visuell
war der Schweif etwa
ein halbes Grad lang. Fotografisch erreichte er bis zu 4 Grad!