M42 als Reflektionsnebel

gauche.gif

Der Orionnebel gilt als der hellste Emissionsnebel des Sternenhimmels. Weniger bekannt ist, dass er zugleich auch einer der hellsten Reflektionsnebel ist. Die Emission ist allerdings so dominant, dass man dies nicht erkennen kann.


Um nur den reflektierenden Anteil sichtbar zu machen, wurden Aufnahmen mit einem Omegon-UV-Filter probiert.
Der Filter mit der Nummer-47 hat seine maximale Transmission bei 375nm läuft aber bis etwa 500nm langsam aus.
Die OIII-Linien jenseits von 500nm werden sicher ausgeblendet.


In der Filterkurve des Omegon-47 liegt noch die Linie des H-Gamma, die jedoch nur schwach ausgeprägt ist.


Im IR macht der Omegon-47 zwar wieder auf, doch die Gefahr das die H-Alpha-Linie das Ergebnis verfälscht, wurde durch die Verwendung einer Farbkamera ausgeschlossen.
Verwendet wurde eine Sony-7s, auf deren Rotkanal tatsächlich noch ein minimales Signal zu sehen ist. Der Rotkanal wurde bei der weiteren Verwertung ignoriert.


Der erste Vergleich zwischen UV und visuell zeigt eine überraschende Ähnlichkeit.
Viele Strukturen lassen sich wiederfinden.



Auffällig ist, dass der Kernbereich des Orionnebels nicht mehr ausgebrannt ist. Im Kernbereich fallen die starken Emissionen weg und der reflektierende Anteil ist deutlich schwächer ausgeprägt.

Viele Reflektionsnebel sind polarisiert und es stellte sich die Frage ob dies auch beim Orionnebel der Fall ist. Die Polarisation ist dann besonders stark, wenn es nur eine beleuchtende Lichtquelle gibt. Im Orionnebel überlagern sich jedoch mehrere Lichtquellen die ihre Polarisationseffekte gegenseitig auslöschen. Dennoch ist in der Animation eine leichte Polarisation zu erkennen.
Für die Animationen wurden einmal der Blaukanal und einmal der Grünkanal der UV-gefilterten Aufnahmeserien verwendet. Sie repräsentieren einmal den Innen- und einmal den Außenbereich, ohne das über ein Anziehen der Gammakurve die Linearität verletzt werden musste.


Da die Linearität gewahrt blieb, ließen sich der Polarisationsgrad und Polarisationsrichtungen ausmessen.



Die Polarisationsrichtungen waren wenig aufschlussreich, aber der Polarisationsgrad erreicht an einigen Stellen Werte über 15%.


Der Innenbereich wurde nochmal mit höherer Brennweite untersucht.


Die Polarisationswinkel verlaufen nicht einheitlich radial um das Trapez. Der untere Stern liegt offenbar ebenfalls in M42 und stört die radiale Verteilung


Die Polarisationsgrade liegen meist unter 20%....

...wobei die Höhe der Polarisation nicht mit der Helligkeit der Strukturen korreliert.


Schwache Bereiche scheinen stärker polarisiert zu sein, doch dies ist nur ein Scheineffekt weil in den schwachen Bereichen
die relative Helligkeitsabweichungen durch Rauschen höher ist.

droite.gif


Hauptseite