Venusvideo von der Sternbedeckung 136 Tau 1988

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Am 11.5.1988 gab es das sehr seltene Ereignis der Bedeckung eines hellen Sterns durch die Venus. 
Der Stern war 136 Tau und hatte 4,6 mag. Die Sonne stand 9 Grad unter dem Horizont und in 20 Grad Höhe war der Eintritt
auf der dunklen Venuss-Seite in Deutschland bei besten Wetter gut zu verfolgen.

Trotzdem findet sich im Internet nur eine wissenschaftliche Veröffentlichung.

Die Messung von Geyer et.al sah ein Fading von etwa 8 Sekunden:

Als junger Mensch konnte ich dieses Ereignis visuell mit meinem 114mm Quelle Newton, beobachten. Parallel beobachteten auch viele andere Amateure das seltene Ereignis. Gute technische Voraussetzungen hatte Helmut Denzau mit einem C14.

Damals war die CCD-technik noch in den Kinderschuhen. Sony brachte 1985 die erste CCD-Videokamera auf dem Markt. Helmut Denzau verwendete eine Vidicon-Röhrenkamera Philips VK4053. Die letzten Röhrenkameras hatten eine recht hohe Empfindlichkeit.

Derartige Kameras waren teuer und daher kaum verbreitet.

Über Friedhelm Dorst erreichte mich seine Aufzeichnung. Per e-mail erfuhr ich einige Details.  Der Aufnahmeort war Essen-Heisingen(MPC613).
Astronomische Videos aus den 80ern sind selten. Das Video könnte sogar einzigartig sein. Daher lohnte mit fast 40 Jahren Verspätung eine Auswertung mit moderner Technik. 


Das Fading des Sterns benötigt zwischen 7 und 8 Sekunden. Dies bestätigt eine Messung durch E. H. GEYER and M. HOFFMANN auf dem Hohen List der Universitiits-Sternwarte Bonn.

Der Eintritt des 4,6mag hellen Sterns 136-Tau erfolgte am Rand der Venus-Scheibe. Dies muss bei den Höhenangaben berücksichtigt werden. 8 Sekunden entsprechen etwa 40km auf der Sehne und etwa 30km in der Venusatmosphäre.

Simulation der Sternpassage am Rand der Venus-Scheibe (invertiert)

15 Sekunden vor dem Verschwinden des Sterns gibt es ein Minimum das in der Atmosphäre etwa 56km Distanz entspricht.

Im Vorlauf des Videos gibt es 2 weitere ausgeprägte Minima. Das erste entspricht etwa 220km vor dem Verschwinden des Sterns.  - Die Minima könnten real sein, da die extrem dünne Hochatmosphäre eine ausreichende Refraktion besitzt um Helligkeitseinbrüche zu verursachen. Bei der dünneren Plutoatmosphäre gibt es bereits 300km über der Oberfläche sichtbare Effekte. 

Lt. dem Beobachtungsprotokoll von Herr Denzau war es zur Aufnahmezeit sehr windig. Natürlich könnten irdische Wolken, Seeing und Aufnahmetechnik einen Einfluss haben....Da es jedoch keine weiteren Vergleichsvideos von anderen Standorten gibt, lässt sich dies weder ausschließen noch bestätigen.
Eine Bestätigung der Venus-Atmosphärenschichtung wäre jedoch durch zukünftige Sternbedeckungen denkbar.

Der Vergleich mit den Daten von Geyer et. al. lässt keine Aussage zu:




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PHOTOELECTRIC OBSERVATIONS OF THE OCCULTATION OF 136 TAURI BY VENUS von Hoffmann et al.