Venusvideo von der Sternbedeckung 136 Tau 1988

1988 gab es
das sehr seltene Ereignis der Bedeckung eines hellen Sterns
durch die Venus. Als junger Mensch konnte ich dieses Ereignis visuell
mit
meinem 114mm Quelle Newton verfolgen. Damals war die Videotechnik noch
in den Kinderschuhen. Sony brachte 1985 die erste CCD-Videokamera auf
dem Markt. Sie kostete etwa 4000 DM was nach heutiger Kaufkraft
etwa 10.000 Euro entspricht.

Derartige Kameras waren teuer und daher
kaum
verbreitet.
Über Friedhelm Dorst erreichte mich eine Aufzeichnung. Sie wurde damals von Herrn Denzau angefertigt . Per e-mail erfuhr ich einige Details. Der Aufnahmeort war Essen-Heisingen(MPC613) und die Optik ein C14 mit Reducer f/5.5. Die verwendete Kamera war eine Philips VK4053.
Zu der VK4053 habe ich im Internet nur
einen Schaltplan
ohne weitere Infos gefunden. Es
kann jedoch davon ausgegangen
werden, dass die Bildrate
der
Video-8-Norm entsprochen hat und bei 25fps gelegen hat.
Astronomische Videos aus den 80ern sind
selten. Das obige Video könnte sogar einzigartig sein. Daher
lohnte mit fast 40 Jahren Verspätung eine Auswertung mit
moderner
Technik.
Das Fading des Sterns benötigt zwischen 7 und 8 Sekunden. Dies bestigt eine Messung durch E. H. GEYER and M. HOFFMANN auf dem Hohen List der Universitiits-Sternwarte Bonn.

Der Eintritt des 4,6mag hellen Sterns 136-Tau erfolgte am Rand der Venussscheibe. Dies muss bei den Höhenangaben berücksichtigt werden. 8 Sekunden entsprechen etwa 40km auf der Sehne und etwa 30km in der Venusatmosphäre.

Simulation der Sternpassage am Rand der Venussscheibe (invertiert)
15 Sekunden vor dem Verschwinden des Sterns gibt es ein Minimum das in der Atmosphäre etwa 56km Distanz entspricht.

Im Vorlauf des Videos gibt es 2 weitere ausgeprägte Minima. Das erste entspricht etwa 220km vor dem Verschwinden des Sterns. - Die Minima könnten real sein, da die extrem dünne Hochatmosphäre eine ausreichende Refraktion besitzt um Helligkeitseinbrüche zu verursachen. Bei der dünneren Plutoatmosphäre gibt es bereits 300km über der Oberfläche sichtbare Effekte.
