Spanien August 2026 - Tag 1 - Burgos

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Die Anreise erfolgte über Toulouse. Vom Flieger aus war ein Regenbogen zu sehen.


Am Tag vor der Sonnenfinsternis wurde noch ein Ausflug unternommen. Die Truppe trennte sich. Björn Voss suchte nach einem passenden Beobachtungsplatz zwischen Burgos und Palencia. Peter trainierte die Technik und der Rest wollte die Berge erkunden. Es zeigte sich aber schnell0, dass die Berge nicht optimal sind. Ein Pano an einer Autobahn-Raststätte dokumentierte die Lage. Richtung Süden über den Bergen standen Wolken während der Himmel im Flachland wolkenlos blieb.


So wurde das Ziel auf Burgos geändert. Nach allerlei Trödelei trafen wir gegen 17 Uhr dort ein. Die Kathedrale hat bis 18:30 geöffnet und wurde als Hauptziel angesteuert. Für andere Ziele war die Zeit schon zu knapp.

Die Kathedrale von Burgos zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist ein einzigartiges Schatzhaus der gotischen Kunst. Sie war die erste große, spanische Kathedrale im gotischen Stil. Baubeginn war am 20. Juli 1221.

Anders als bei vielen anderen gotischen Kirchen wurden hier die Türme schon im Mittelalter fertiggestellt. Im 15 Jh. war der Bischof von Burgos zu Besuch auf dem Konzil von Konstanz und brachte einen süddeutschen Baumeister mit der die durchbrochenen Turmhelme im Stil des Ulmer- und Freiburger Münsters realisierte.


Das älteste Portal der Kathedrale befindet sich am am südlichen Querhaus. Es stammt aus der Zeit nach 1235. Hier thront hier Christus in einer Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Mitte, umgeben von schreibenden Evangelisten und ihren Symbolen (Adler, Löwe, Mensch und Stier) über einer Apostelreihe auf dem Türsturz


1835 wurden der spanische Nationalheld El Cid in die Kathedrale umgebettet. Das Grab befindet sich heute in der Vierung und ist mit einer einfach gestalteten Marmorplatte bedeckt.

Zahllose Legenden drehen sich um den Volksheld. So gab er zur Kriegsfinanzierung den Juden eine Schatztruhe als Pfand, die aber statt Gold nur Sand enthalten hat. Die Truhe kann heute im Kreuzgang besichtigt werden.


Die Gesamtlänge der Kathedrale beträgt 106 Meter, sie ist im Querschiff 59 Meter breit.
Ungewöhnlich ist die Kuppel über dem Querhaus. Ihre Höhe beträgt 54 Meter! Das prachtvolle Sterngewölbe der Laterne vereinigt gotische und maurische Einflüsse.


Die Ausschmückung erfolgte im plateresken Stil des 16Jh. Hier liegt das eigentliche Highlight der Ausstattung. Die Qualität der spätgotischen Arbeiten ist in Mitteleuropa ohne Gleichen. Typisch für die spanische Spätgotik sind komplexe Netzgewölbe mit herabhängenden Mittel-Zapfen.



Die Rosette wurde aus Spenden Burgaleser Juden finanziert und zeigt auf Wunsch der Geber einen Davidstern.


Die Rosette ist ikonisch und findet sich auf allerlei Nippes im Souvenirladen, wobei der Davidstern nur rauskommt, wenn die Steinmetzarbeiten richtig belichtet sind.


Von der Hauptfassade aus gesehen, am linken Seitenschiff über dem Triforium, befindet sich eine große mechanische Uhr. Sie steuert nicht nur die Zeiger, sondern auch den Papamoscas (Fliegenschnapper), eine Spielfigur aus dem 15. Jahrhundert, die im Viertelstundentakt eine Glocke betätigt und ihre Kinnlade zuschnappen lässt. Das öffnen der Kinnlade habe ich leider verpasst. Zur passenden Zeit schaute ich versehentlich auf die falsche Uhr :-(


Der Chor ist mit 103 Stühlen aus Nuss- und Buchsbaumholz ausgestattet, die mit geschnitzten Motiven aus dem Alten und Neuen Testament geschmückt sind.


Mit der Eintrittskarte kann man einen Audioguide runterladen der die umfangreiche Ausstattung der Kapellen erklärt. Leider wird wenig über die Darstellungen und die Fertigungstechnik erzählt. Der Guide beschränkt sich meist auf Künstlernamen und Herstellungsdaten. Die Highlights befinden sich im Chorumgang. Besonders die Innenseite hat wunderbare spätgotischen Steinmetzarbeiten.


Der Übergang zur Renaissance ist in den Seitenkapellen oft schon vollzogen:


Der Kreuzgang ist allerdings gotisch und führt zum Dom-Museum

Im Dom-Museum gibt es alte Handschriften. U.a. ein riesiges Gesangbuch das das mittig im Chor aufgestellt wurde, so das alle  mitlesen konnten.

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