Das wichtigste Ziel der Reise war die Sonnenfinsternis. Die Tage zuvor
wurde immer wieder aufmerksam die Wetterprognose geprüft.
Südlich von Burgos auf dem Weg nach Palencia kristallisierte
sich
ein Sweetspot heraus der auch
schon auf den Langzeitprognosen als günstig bezeichnet wurde.
Über Tag über den Bergen Wolken.
Sonnenuntergang am Abend vor der Sofi vom Hotelzimmer.
In der früh wurde nochmal beraten und dann entschieden:
Die Fahrt
von unseren Quartier zum vereinbarten Treffpunkt dauerte 2
Stunden doch wir kamen rechtzeitig dort an.
Zunächst hatten
wir
uns als Ziel eine kleine Kirche auf einem Berghang ausgeguckt doch es
wurde schnell klar, das viele
Spanier die gleiche Idee hatten und dort eine Fiesta feiern wollten. So
wurde nach einem abgelegenen Ausweichplatz gesucht der sich auch mit
etwas Schatten für eine Übernachtung eigenen
würde.
Gefunden wurde ein Hang mit Nordwestblick der sich etwa 50m
über
das Gelände erhob und eine gute Aussicht bot.
Wir befanden uns unnweit der Zentrallinie auf 878m Höhe
Der Himmel
war recht dunstig.
In den Bergen wäre die Transparenz
sicher besser gewesen, doch dort war
die Wolkenwahrscheinlichkeit größer.
Aufgebaut wurde bei 36 Grad im Schatten - doch Schatten gab es dort
leider nicht.
Als erstes
wurde eine Fisheye-Kamera aufgestellt
um den Verlauf zu
dokumentieren.
Zwei Stunden später näherte sich die Sonne dem
Horizont.
Dadurch sanken die Temperaturen etwas und langsam kamen auch einige
Spanier
den Hügel heraufgefahren, Am Ende standen etwa 10 Leute an der
Klippe.
Björn und Peter hatten sich etwas unterhalb des Hangs
positioniert:
Während der partiellen Phase diente eine Rasterbrille als
Lochkamera.
Visuell
wurde mit einem 80/400 Refraktor beobachtet.
Bei 16-fach waren
auf der Sonne 2 kleine Fleckengruppen zu sehen. Eine Gruppe bestand aus
2 größeren Flecken. Mit dem 180mm Tele entstand alle
20
Sekunden
ein Bild das zu einem Video verarbeitet
wurde.
Leider erfolgte die Umstellung auf
die geplante Rotation von 1/1000s
bis 0,5s recht spät so das in der Aufregung die passenden
Tasten
nicht gefunden wurden. Dennoch gelang es 4 Serien im Bereich von 1/1000
bis 0,5s aufzunehmen und auszuwerten.
Mit Fitswork entstand ein HDR:
Durch das basteln an den Kameras wurde der Diamantring am Anfang der
Totalität visuell verpasst, doch nach etwa 20 Sekunden wurde
war
alles halbwegs im Fluss und es wurde zum Himmel geschaut. Im 8x32
Fernglas waren 4 deutliche Koronastreamer auf etwa 2 Uhr, 5 Uhr, 8 Uhr
und 10 Uhr zu sehen. Sie waren fast gleich groß und wurden
etwa
auf einen Sonnendurchmesser geschätzt.
Im Dorf gingem während der Totalität die Lichter an
Die Streamer reichten
visuell bis an den Mondrand. Es gab also nicht den üblichen,
überbelichteten inneren Koronarand. Dies dürfte an
der
Dämpfung durch den Dunst gelegen haben. Zenitnah erscheint die
Korona sonst eher silbrig-weiß. Der Dunst und der geringe
Horizontabstand bewirkte ein eher
goldiges Erscheinungsbild.
Tondokument mit dem Handy:
Polstrahlen waren visuell nicht zu sehen. Auch bei 16x im Refraktor war
diesbezüglich nichts zu erkennen. Umwerfend strukturiert war
dagegen eine große Protuberanz.
Sie ist die größte Proti die ich bei meinen
bisherigen 8
Sonnenfinsternissen gesehen habe. Mit freien Auge sah man an der Stelle
einen deutlichen rosa Fleck. Der Mondschatten war dramatisch. Eine
Drehung um 360 Grad zeige seine gewaltige Größe und
seine
extrem langestreckte Form. Der übliche orangegelbe
Schattenrand
war links und rechts nur schwach zu erkennen. Am Gegensonnenpunkt war
es dunkel und der Schatten rechte bis zum dunstigen Horizont.
Fliegende Schatten wurden nicht gesichtet, es wurde allerdings auch
nicht bewusst darauf geachtet. Die Venus war links von der Sonne leicht
zu erkennen und konnte noch lange nach der Totalität verfolgt
werden.
Zum Ende der Finsternis wurde der Diamantring
gesehen.
Im Vorfeld wurden einige Experimente überlegt. Mit einem
Natriumfilter und einem 72mm f/6 Refraktor sollten sonnennahe Kometen
gesucht werden, doch die Auslösung wurde in der Aufregung
vergessen.
:-(
Ein weiteres
Filterexperiment saß an einem 70mm f/10
Refraktor.
Hier wurde mit einem Omegon-47-UV-Filter und einer EOS-M fotografiert.
Im Vorfeld war ausgetestet worden, dass
im Grünkanal das Sonnenbild etwa 200 mal schwächer
ist als
bei einer normalen Belichtung und das bei 1s Belichtungszeit
die Protuberanzen perfekt belichtet sind. Zugleich sollte im Blaukanal
die Korona etwa 30 mal heller sein,
so dass mit dem Filter in 2 Farbkanälen parallel über
die
beiden Farbkanäle Korona und Protuberanzen gut belichtet sind.
,
Die
Kalkulationen erwiesen sich als korrekt!
Nach dem Trennen der
Farbkanälke aus dem Raws gab es 2 Serien in denen Korona und
Protuberanzen perfekt belichtet waren.
Dennoch war das Experiment nur halb erfolgreich denn der Fokus lag
daneben.
Im Livebild mittelt die Kamera die 3 Kanäle so das
bei
der Scharfstellung der Blaukanal stets überbelichtet ist
und der Sonnenrand überstrahlt wird.
Bei einer Wiederholung
des
Experiments muss man die Scharfstellung mit passenden Glasweg ohne
UV-Filter vornehmen und
kann erst danach den UV-Filter einsetzen.
Leider wurde durch die Unschärfe die Auflösung
verschenkt und
das Endergebnis war nicht besser als mit
dem 180mm Teleobjektiv.
Während
des Austritts näherte sich die Sonne dem
Horizont und
wurde stark durch den Dunst gedämpft. Das Ende der partiellen
Phase konnte man sogar ohne Sonnenschutz mit freien Auge verfolgen. Auf
dem letzten paar Grad verschwand die Sonne hinter fernen Wolken.
Alle waren zufrieden und es gab ein gemeinsames
Tänzchen.
Nach dem Abbau ging es zum Abendessen.
Unser schönstes Team-Mitglied hatte wieder seine speziellen
Sofi-Ohrringe angelegt.
Fisheye:
Ausschnitt der Totalität im 5 Sekundentakt: