Spanien August 2026 - Tag 2 - Sonnenfinsternis I

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Das wichtigste Ziel der Reise war die Sonnenfinsternis. Die Tage zuvor wurde immer wieder aufmerksam die Wetterprognose geprüft. Südlich von Burgos auf dem Weg nach Palencia kristallisierte sich ein Sweetspot heraus der auch schon auf den Langzeitprognosen als günstig bezeichnet wurde.


Über Tag über den Bergen Wolken.


Sonnenuntergang am Abend vor der Sofi vom Hotelzimmer.


In der früh wurde nochmal beraten und dann entschieden:


Die Fahrt von unseren Quartier zum vereinbarten Treffpunkt dauerte 2 Stunden doch wir kamen rechtzeitig dort an.


Zunächst hatten wir uns als Ziel eine kleine Kirche auf einem Berghang ausgeguckt doch es wurde schnell klar, das viele Spanier die gleiche Idee hatten und dort eine Fiesta feiern wollten. So wurde nach einem abgelegenen Ausweichplatz gesucht der sich auch mit etwas Schatten für eine Übernachtung eigenen würde. Gefunden wurde ein Hang mit Nordwestblick der sich etwa 50m über das Gelände erhob und eine gute Aussicht bot.

Wir befanden uns unnweit der Zentrallinie auf 878m Höhe



Der Himmel war recht dunstig. In den Bergen wäre die Transparenz sicher besser gewesen, doch dort war die Wolkenwahrscheinlichkeit größer. Aufgebaut wurde bei 36 Grad im Schatten - doch Schatten gab es dort leider nicht.


Als erstes wurde eine Fisheye-Kamera aufgestellt um den Verlauf zu dokumentieren.


Zwei Stunden später näherte sich die Sonne dem Horizont. Dadurch sanken die Temperaturen etwas und langsam kamen auch einige Spanier den Hügel heraufgefahren, Am Ende standen etwa 10 Leute an der Klippe.


Björn und Peter hatten sich etwas unterhalb des Hangs positioniert:


Während der partiellen Phase diente eine Rasterbrille als Lochkamera.


Visuell wurde mit einem 80/400 Refraktor beobachtet. Bei 16-fach waren auf der Sonne 2 kleine Fleckengruppen zu sehen. Eine Gruppe bestand aus 2 größeren Flecken. Mit dem 180mm Tele entstand alle 20 Sekunden ein Bild das zu einem Video verarbeitet wurde.

Leider erfolgte die Umstellung auf die geplante Rotation von 1/1000s bis 0,5s recht spät so das in der Aufregung die passenden Tasten nicht gefunden wurden. Dennoch gelang es 4 Serien im Bereich von 1/1000 bis 0,5s aufzunehmen und auszuwerten.



Mit Fitswork entstand ein HDR:


Durch das basteln an den Kameras wurde der Diamantring am Anfang der Totalität visuell verpasst, doch nach etwa 20 Sekunden wurde war alles halbwegs im Fluss und es wurde zum Himmel geschaut. Im 8x32 Fernglas waren 4 deutliche Koronastreamer auf etwa 2 Uhr, 5 Uhr, 8 Uhr und 10 Uhr zu sehen. Sie waren fast gleich groß und wurden etwa auf einen Sonnendurchmesser geschätzt.


Im Dorf gingem während der Totalität die Lichter an

Die Streamer reichten visuell bis an den Mondrand. Es gab also nicht den üblichen, überbelichteten inneren Koronarand. Dies dürfte an der Dämpfung durch den Dunst gelegen haben. Zenitnah erscheint die Korona sonst eher silbrig-weiß. Der Dunst und der geringe Horizontabstand bewirkte ein eher goldiges Erscheinungsbild.

Tondokument mit dem Handy:

Polstrahlen waren visuell nicht zu sehen. Auch bei 16x im Refraktor war diesbezüglich nichts zu erkennen. Umwerfend strukturiert war dagegen eine große Protuberanz. Sie ist die größte Proti die ich bei meinen bisherigen 8 Sonnenfinsternissen gesehen habe. Mit freien Auge sah man an der Stelle einen deutlichen rosa Fleck. Der Mondschatten war dramatisch. Eine Drehung um 360 Grad zeige seine gewaltige Größe und seine extrem langestreckte Form. Der übliche orangegelbe Schattenrand war links und rechts nur schwach zu erkennen. Am Gegensonnenpunkt war es dunkel und der Schatten rechte bis zum dunstigen Horizont. Fliegende Schatten wurden nicht gesichtet, es wurde allerdings auch nicht bewusst darauf geachtet. Die Venus war links von der Sonne leicht zu erkennen und konnte noch lange nach der Totalität verfolgt werden. Zum Ende der Finsternis wurde der Diamantring gesehen.



Im Vorfeld wurden einige Experimente überlegt. Mit einem Natriumfilter und einem 72mm f/6 Refraktor sollten sonnennahe Kometen gesucht werden, doch die Auslösung wurde in der Aufregung vergessen.
:-(


Ein weiteres Filterexperiment saß an einem 70mm f/10 Refraktor. Hier wurde mit einem Omegon-47-UV-Filter und einer EOS-M fotografiert. Im Vorfeld war ausgetestet worden, dass im Grünkanal das Sonnenbild etwa 200 mal schwächer ist als bei einer normalen Belichtung und das bei 1s Belichtungszeit die Protuberanzen perfekt belichtet sind. Zugleich sollte im Blaukanal die Korona etwa 30 mal heller sein, so dass mit dem Filter in 2 Farbkanälen parallel über die beiden Farbkanäle Korona und Protuberanzen gut belichtet sind.



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Die Kalkulationen erwiesen sich als korrekt! Nach dem Trennen der Farbkanälke aus dem Raws gab es 2 Serien in denen Korona und Protuberanzen perfekt belichtet waren.
Dennoch war das Experiment nur halb erfolgreich denn der Fokus lag daneben. Im Livebild mittelt die Kamera die 3 Kanäle so das bei der Scharfstellung der Blaukanal stets überbelichtet ist und der Sonnenrand überstrahlt wird.
Bei einer Wiederholung des Experiments muss man die Scharfstellung mit passenden Glasweg ohne UV-Filter vornehmen und kann erst danach den UV-Filter einsetzen. Leider wurde durch die Unschärfe die Auflösung verschenkt und das Endergebnis war nicht besser als mit dem 180mm Teleobjektiv.


Während des Austritts näherte sich die Sonne dem Horizont und wurde stark durch den Dunst gedämpft. Das Ende der partiellen Phase konnte man sogar ohne Sonnenschutz mit freien Auge verfolgen. Auf dem letzten paar Grad verschwand die Sonne hinter fernen Wolken.



Alle waren zufrieden und es gab ein gemeinsames Tänzchen.


Nach dem Abbau ging es zum Abendessen.


Unser schönstes Team-Mitglied hatte wieder seine speziellen Sofi-Ohrringe angelegt.


Fisheye:
Ausschnitt der Totalität im 5 Sekundentakt:


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