Spanien August 2026 - Tag 4 - Über Astorga nach Villablino

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Astorga ist ein eher kleines Städtchen mit grade mal 10.000 Einwohnern. Dennoch ist es der Sitz des größten Bistums in Spanien und hat eine bedeutende Kathedrale.
Im 19 Jh. verlor die Kirchge auch in Spanien an Einfluss, doch entlang des Jakobsweges gab es beständig ausreichende Einnahmen, die dem jeweiligen Bischof von Astorga Möglichkeiten boten, die vielen Amtskollegen fehlten. Als 1886 der Bischofspalast abbrannte, wurde mit Antonio Gaudi ein Stararchitekt verpflichtet um einen neuen Palast zu bauen. Leider verstarb der Auftraggeber vor der Fertigstellung und unter seinem Nachfolger wurde das ehrgeizige Projekt aufgegeben. Gaudi zog sich zurück und 20 Jahre stand nur eine Bauruine. Ein neuer Architekt stellte den Bau erst 1914 fertig. Der Palst gilt als Frühwerk von Gaudi. Er war zu der Zeit noch der Neogotik verhaftet und entwickelte erst langsam seinen eigenen Stil. So wirkt der Palast eher wie ein kleines Neuschwanstein, doch kann man schon Spuren des späteren Gaudis entdecken. Markant sind der geschwungene Bogen am Eingang und die seltsamen Abschlüsse der Schornsteine. Auch die Innenausstattung trägt die Handschrift Gaudis. Bemerkenswert sind die Glasfenster und die Ausmahlung der Hauskapelle. Der Grundriss beruht auf einem gleichschenkligen Kreuz, ist also vierflügelig. In den Ecken gibt es je einen runden Turm. Das Erdgeschoss wirkt eher bieder. Prächtiger ist der erste Stock. Dort waren das Büro des Bischofs, seine Wohnräume, ein Thronsaal[!], die Hauskapelle, der Speiseraum und zwei Gästezimmer.

Die spätgotische Kathedrale von Astorga gehört als Teil des Jakobswegs (Camino Francés) seit dem Jahr 1993 zum UNESCO-Welterbe. Der Grundstein wurde 1471 gelegt. Das Hauptportal zeigt eine Kreuzabnahme und ist der Renaissance näher als der Gotik. Es ist mit seinen pflanzlichen Schmuckornamenten und Engeln von besonderer Schönheit.

Besonders hervorzuheben ist das im 16. Jahrhundert geschaffene Chorgestühl und das um 1560 geschaffene figurenreiche Altarretabel.

Das Museum der Kathedrale von Astorga beherbergt mehr als 600 Stücke religiöser Kunst, darunter das Reliquiar der Vera Cruz, die Truhe von San Genadio (10. Jahrhundert) oder eine mit riesigen Smaragden verzierte Silbermonstranz.

Eine besonders interessante Nussbaumkanzel mit Basreliefs wird dem Meister Becerra zugeschrieben

Einige Bleiglasfenster stammen noch aus dem 16. Jahrhundert; die meisten sind jedoch neueren Datums.

Nach dem Besuch von Astorga ging es zur angemieteten Blockhütte nach Villablino.




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