Spanien August 2026 - Tag 5 - Leon

gb.gif al.gif


gauche.gif


732 besiegten die Franken unter dem Kommando von Karl Martell die nach Gallien vorgestoßenen muslimischen Araber und stoppten deren Vormarsch im Westen. Die Araber zogen sich daraufhin auf die Iberische Halbinsel zurück die sie aber nie komplett eroberten. Um 801 eroberte Karl der Grpße die Region zwischen Pamplona und Barcelona zurück und gründete die Spanische Mark. Westlich der Spanischen Mark gab es im unzugänglichen Kantabrischen Gebirge einige autonome Fürstentümer aus denen später Königreiche wurden. Leon war während der Reconquista die Hauptstadt eines dieser Königreiche. Um das Jahr 1000 umfasste das Königreich Leon schon mehr als ein Viertel der Iberischen Halbinsel und hatte ausreichend Ressourcen für repräsentative Bauten. Die Grablege der Könige von León war die Basilika San Isidoro . Sie wurde vom 10. bis zum 12. Jahrhundert erbaut und gilt als ein Meisterwerk romanischer Baukunst. Wegen der einmaligen Deckenmalereien wird die königliche Grabkammer, auch „sixtinische Kapelle der Romanik“ genannt. Die in Ausführung und Zustand beispiellosen Malereien geben einen plastischen Einblick in die Bilder- und Alltagswelt des 12. Jahrhunderts. In großer Farbenpracht zeigen sich biblische und alltägliche Szenen, wie etwa eine Serie von Monatsbildern.

Im Kirchenmuseum sind kostbare Stücke der Schatzkammer ausgestellt, etwa der Reliquienschrein des Heiligen Isidor aus dem 11. Jahrhundert und ein Achatkelch aus der gleichen zeit.

Ein Meisterwerk der Gotik ist die Kathedrale. Die Hauptbauzeit der Kirche liegt zwischen den Jahren 1255 und 1302. León wird als die am stärksten französische aller spanischen Kathedralen bezeichnet. Das zeigt sich an den hohen Proportionen des Innenraums, an der weitgehenden Auflösung der Wände mit verglastem Triforium und in den reichen sechsbahnigen Maßwerkfenstern. Berühmt sind die Glasfenster der Kirche, die vom 13. bis zum 20. Jahrhundert von zum Teil unbekannten Meistern geschaffen wurden. Die 125 Fenster sind teils 12 m hoch und bedecken eine Fläche von ca. 1800 m². Viele der Fenster sind mittelalterlich und Leon soll nach Chartre den besterhaltenen Glasfensterzyklus besitzen. Obwohl der Dom mit 90m länge und 30m breite nicht übermäßig groß ist, ist die Raumwirkung phänomenal und übertrifft alle anderen nordspanischen Kathedralen. An den prachtvollen Fenstern kann man sich nicht sattsehen. Die Auflösung der Mauern zugunsten der Fenster wurde auf die Spitze getrieben, was sich in Bauschäden rächte. Mitte des 19. Jahrhunderts stand das Bauwerk kurz vor dem Einsturz und musste vollständig restauriert werden. Dabei wurden barocke Einbauten entfernt und der ursprüngliche gotische Eindruck wieder hergestellt. Erhalten ist das gotische Chorgestühl aus dem 15 Jh. Die detailreichen, feingestalteten Reliefs sollen Künstler aus Flandern geschaffen haben. Es ist eines der schönsten, rein mittelalterlichen Chorgestühle in Spanien. Die meisten vergleichbaren Arbeiten entstanden mehr als 100 Jahre später in der Renaissance oder dem Barock.

In den 13 Kapellen finden sich zahlreiche weitere sehenswerte Kunstwerke.

Das Diözesanmuseum besitzt Handschriften aus dem 10ten Jahrhundert.

Die Casa Botines ist ein Frühwerk von Antoni Gaudí. Sie wurde als Wohn- und Geschäftshaus 1891 entworfen und 1893 fertiggestellt. Seiner ursprünglichen Nutzung entsprechend waren im Halbkeller und im Erdgeschoss Büros, Lager- und Verkaufsräume untergebracht. Die Obergeschosse enthielten Wohnungen großbürgerlichen Zuschnitts.

Das Haus wirkt wie eine gotische Burg. Doch die Stilelemente sind nicht ohne Funktion. Der das Gebäude umgebende Graben dient dazu, auch den Räumen im Keller volles Tageslicht zu geben. Ebenso sind die Ecktürme dazu da, um die Eckräume zu belichten

Im Gegensatz zum gotisierenden Stil der Fassade ist das Innere im damals modernen Jugendstil gehalten, Schränke, Buntglasfenster, Sgraffito- und Eisenschmiedearbeiten, wie Geländer und Griffe. Viele Räume sind heute eher schlicht. Die Lager- und Verkaufsräume wurden im 20 Jh. baulich verändert und dort ist vom ´Gaudi-Stil´ nicht mehr viel zu finden.






droite.gif



Hauptseite