Spanien August 2026 - Tag 5 - Deepsky in den Bergen

Villablino ist ein kleiner Ort in den Bergen zwischen
Oviedo und Leon. Er produziert nur wenig Lichtverschmutzung, schon
wenige Kilometer entfernt hat meinen dunklen Himmel wie man ihn in
Deutschland nirgendwo mehr finden kann.
Die Holzhütte wird über Tag sehr warm, kühlt
aber nach
Mitternacht gut aus so dass man bis Mittag gut schlafen kann. In der
ersten Nacht nach der Ankunft war der Himmel klar, doch die
Müdigkeit war zu groß.
Immerhin wurde der Seestar rausgestellt um auf den Kleinplaneten Roxane
zu schauen.
Der Kleinplanet sollte nach einer Prognose des Sternberg-Instituts in
dieser Nacht eine Kleinplanetenmondbedeckung zeigen.
Der Eintritt sollte sich über die Nacht über mehrere
Stunden
erstrecken und in der Morgendämmerung sollte
das Minimum erreicht werden. Das Delta liegt bei nur 0,07mag, was bei
einem 12.5mag hellen Objekt für den Seestar
photometrisch anspruchsvoll ist. Die Photometrie eines so schwachen
Objektes könnte aber durch die Mittelung einer langen Zeitreihe
machbar sein.
In der zweiten Nacht gab es im Süden ein stabiles Wolkenfeld. Es
wurde dennoch eine Tour unternommen um
nach einen geeigneten Beobachtungsplatz zu suchen. Dazu wurden vorab
mehrere Mirador-Aussichtspunkte ausgewählt. Die ersten beiden
Aussichtspunkte erwiesen sich als nicht optimal.
Platz 1 hatte Bäume und Platz 2 lag am Rand eines Dorfes. Platz 3
lag 20min von Villablino entfernt an einem Pass
mit dem Namen ´Puerto de Somiedo´. Knapp südlich des
1486m hohen Passes gibt es eine Parkplatz auf dem einige Camper
standen.
Dort wollten wir nicht stören und daher wurde ein Platz 200m
weiter südlich gewählt. Neben einer kleinen Ruine die wohl
mal ein Stall gewesen ist, gibt es unterhalb der Straße ein gutes
Plätzchen mit freier Sicht nach Süden.
Der Platz ist 1440m hoch und gut erreichbar. Die Nacht dort ist sehr
dunkel. Villablino liegt knapp südlich vom Hauptkamm auf der
sonnigen Seite Nordspaniens. Das Kantabrische Gebirge stellt eine
Klimascheide zwischen der grünen, maritim geprägten Nordseite
und der kontinentalen kastilischen Hochebene im Süden dar.
Während wir dort waren, gab es nördlich des Gebirges
beständig eine Hochnebelbewölkung.
Südlich des Hauptkamms war es dagegen permanent sonnig, heiss und
dunstig.
Um dem Dunst zu entkommen braucht man Höhe und muss möglichst
nah an den Hauptkamm heranfahren.
Villablino erwies sich zufällig und ungeplant als perfekter
Standort.
Noch etwas dunkler und höher aber schwerer erreichbar wäre
vielleicht der Mirador de la Fuente del Chivo oder der Mirador de
Llesba beim Puerto de San Glorio. Direkt südlich vom Pico des
Europa wäre man da wohl auch wettertechnisch auf der sicheren
Seite.
Alles sehenswerten Städte sind aber 2,5h Fahrt entfernt.
Der Puerto de Somiedo ist in der Summe der bessere Kompromiss.
In der zweiten Nacht
schwappten vom südlichen Wolkenfeld Nebelschwaden über
unseren Standort.
Immerhin gelang es den Kometen 220P-McNaugt zu beobachten der wenige
Tage zuvor
einen Ausbruch hatte und zu der Zeit 8mag hell gewesen ist.
In der dritten Nacht war es perfekt klar und es wurden mit dem 8 Zoll
Reisedobson
zahlreiche Objekte angesteuert. Viele davon hatte Co-Beobachter
Björn als fotografierender Flachlandbewohner
nie zuvor gesehen. Zu den Highlights des Sommerhimmels gehören der
Schleiernebel, der Nordamerikanebel und der Hantelnebel.
Auch der Ringnebel und M13 wurden eingestellt.
Während mein Co-Beobachter mit dem Seestar die Objekte
fotografierte wurden ein paar schwierigere Ziele
abgearbeitet.
Die Dritte Nacht war durchgehend klar, doch da der Mond schon wieder am
Abendhimmel stand, wurde etwas vorgeschlafen
und der Beobachtungsort am Pass erst in der zweiten Nachthälfte
angesteuert.

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