Spanien August 2026 - Tag 9 - Auerhähne in Villablino und Höhlen an der Nordküste

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Nach der anstrengenden Nacht mit der Sternbedeckung war morgens ein Ausruhen nötig. Der Nachmittag des letzte Tages wurde genutzt um sich Villablino anzuschauen. Nach einen Top-Mittagsessen wurde das ´Zentrum für Auerhähne´ besucht. Die Tiere heißen in Spanisch Orogallo also ´Goldhähnchen´. In Deutsch versteht man unter Goldhähnchen ein komplett anderes Tier. Die spanischen Auerhähne sind vom Aussterben bedroht. Aktuell gibt es nur noch 209 bekannte Exemplare. Die restlichen Tiere leiden unter Inzucht und sind geschwächt. Durch Ansiedlung von Tieren aus anderen Regionen versucht man frisches Blut einzubringen was aber bisher schlecht funktioniert hat, da die Migranten nicht an die lokalen Gegebenheiten angepasst waren und bis auf 1 Weibchen alle von Mardern gefressen wurden. Um die restlichen Tiere zu schützen, tarnt man sie mit Duftstoffen um die Raubtiere zu verwirren.

Im Nachzuchtgehege konnten wir 2 Familien besichtigen die jeweils aus einem Hahn und mehreren Weibchen bestehen.



Am 20.8. ging die Reise zurück nach Toulouse. Für den 21.8. war die Besichtigung des Pic du Midi geplant. Die Rückreise erfolgte entlang der Nordküste. Auf dem weg lagen 2 Höhlenmuseen. Zuerst wurde das Höhlenmuseum ´Tito Bustillo´ angesteuert. Die Höhle wurde 1968 von einer Gruppe spanischer Höhlenforscher entdeckt. Die Höhle wurde bis in das zehnte vorchristliche Jahrtausend von Cro-Magnon-Menschen genutzt. Aufgrund eines Versturzes wurde der ursprüngliche Höhleneingang vor Jahrtausenden verschlossen. Etwa 15.000 Jahre lang entstanden immer wieder neue Höhlenmalereien. Das älteste der Gemälde zeigt Menschen und ist ungefähr 33.000 Jahre alt, wie durch Radiokarbon-Datierungen bestimmt wurde. Für die Höhle selbst gab es keine Tickets aber das Museum kann jederzeit besucht werden.
Es ist in 5 Abschnitte unterteilt.
Bereich 1 beschäftigt sich mit Entdeckung der Malereien im Jahr 1968. Die Entdecker kommen in Videos zu Wort.
Bereich 2 konzentriert sich auf die Geologie und Entstehung der Höhle
Bereich 3 widmet sich der Erforschung der Höhlenbewohner. Repliken der wichtigsten Fundstücke sind nach ihrer Funktion gruppiert: Herstellung von Kleidung, Schmuck, Jagdausrüstung und Nahrungsmitteln.
Bereich 4 erklärt, wie die Felskunst entstanden ist. Wie wurden die Pigmente hergestellt und mit welchen Hilfsmitteln wurden sie aufgetragen.
Bereich 5 veranschaulicht die neun weiteren Felsbildstätten von Tito Bustillo, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Hier gibt es 1:1 Nachbauten von Teilen der Höhle. Einen kompletten Nachbau der Höhle gibt es aber nicht.

Die berühmteste und immernoch schönste Höhle mit steinzeitlichen Malereien befindet sich in Altamira unweit von Santander. Aus konservatorischen Gründen ist die Höhle inzwischen komplett geschlossen, aber es gibt einen kompletten 1:1 Nachbau der selbst eine Reise wert ist. Der Nachbau ist inzwischen so überlaufen, das auch da der Zugang begrenzt werden musste. So musste ich nach dem Kauf des Tickets noch 2 Stunden warten bis ich an der Reihe war. Die Wartezeit wurde genutzt um die Ausstellung die Werkstatt der prähistorischen Maler zu besichtigen, wo die verwendeten Techniken dieses Meisterwerks der Höhlenkunst erklärt werden.

Die Zeichnungen sind etwa 16.000 Jahre alt und zeigen Bisons, Hirsche, Wildschweine und Pferde. Zu ihrer Ausführung wurde schwarz umrandeter, rot pigmentierter Ocker verwendet. In der Neocueva des Museums wurde die Technik akribisch genau nachgebildet. So kann der Besucher alle Details des großen Bisongewölbes bewundern. Die Decke enthält mehrere buckelige Vorsprünge die geschickt in die Malerei eingebunden wurden, um den Eindruck eines 3-dimensionalen Reliefs zu erzeugen. In anderen Höhlen sieht man oft, dass Laien am Werk waren und manches wirkt wie eine Kinder-Kritzelei. Das ist in Altamira komplett anders! Die intensiven Farben, die sichere Pinselführung und die Qualität der Ausführung verraten das hier ein gut geschulter Meister am Werk war, der sich vorab genau überlegt hat, was er wie darstellen wollte. Dies lässt vermuten, dass es schon vor 16.000 Jahren eine komplexe Gesellschaftsstruktur gab, die mehrere Künstler für einen längeren Zeitraum freistellen konnte.





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