Spanien August 2026 - Tag 10 - Pic du Midi

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DieDie Besichtigung des Pic du Midi gehörte zum Ausflugsprogramm der 45sten ESOP-Konferenz in Toulouse. Die ESOP ist die Konferenz der IOTA-ES die sich mit der Nutzung von Sternbedeckungen für die wissenschaftliche Forschung beschäftigt. Der 2877 Meter hohe Pic du Midi war jahrzehntelang das Zentrum der astronomischen Forschung in Frankreich. Auf seinem Gipfel befinden sich ein bedeutendes astronomisches Observatorium das bis Ende der 90er nur von den Profis genutzt wurde.

Der Pic du Midi ist ein beliebtes Ausflugsziel. Jährlich besuchen 110.000 Gäste den Gipfel, der Tagesrekord liegt bei 3.300 Personen. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2000 wurde das touristische Angebot erheblich ausgeweitet, unter anderem um Abende mit astronomischen Beobachtungen. Auch Übernachtungen sind möglich. Seit führt eine Luftseilbahn ganzjährig von der Ortschaft LaMongie auf den Gipfel des Pic du Midi. Auf Betreiben des damaligen Leiters des Toulouser Observatoriums, Benjamin Baillaud, begann 1905 der Bau der ersten Kuppel für ein 50-cm-Teleskop, das schließlich 1908 in Betrieb ging. Es ist längst ausgemustert und der Vorgänger eines heute von den Amateuren genutzten 60cm Teleskops.

Einen weiteren Aufschwung erhielt die Astronomie auf dem Pic mit den Aktivitäten von Bernard Lyot, der dort ab 1930 seinen Sonnenkoronografen entwickelte. In den 1950er Jahren erforschten Wissenschaftler auf dem Pic du Midi vor allem die Sonne und die kosmische Strahlung. Diese energiereiche Strahlung diente auch für kernphysikalische Experimente. Im folgenden Jahrzehnt kartographierte eine von Zdeněk Kopal geleitete Forschungsgruppe der Universität Manchester mit zehntausenden von Fotos die Oberfläche des Mondes. Dieses Programm diente der Vorbereitung der Apollo-Mission und wurde von der NASA finanziell unterstützt. Konkret wurde durch die NASA ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 106cm gestiftet.

Das größte Gerät ist jedoch ein Cassegrain-Teleskop, mit einem Durchmesser von 206 cm. Es ist seit 1980 das größtes Spiegelteleskop Frankreichs. Im Coudé-Fokus befindet sich das Spektropolarimeter NARVAL, mit dem Magnetfelder von Sternen erforscht werden. Das dort verbaute Polarimeter gilt als bestes der Welt und kann winzigste Polarisationsänderungen nachweisen. Der gekippte Kamerawinkel deutet darauf hin das hier mit einem Strahlteiler mit Brewster-Winkel gearbeitet wird. So lassen sich zeitgleich 2 Stokes-Parameter messen. Für die restlichen 2 Stokes-Parameter müßsste die Kamera im Auszug um 45 Grad gedreht werden, - doch dafür fanden sich keine Anzeichen. So ganz ist die Funktionsweise nicht rübergekommen

Die Kuppel wird aktiv gekühlt und der Boden war bei unserer Ankunft vereist. Ungewöhnlich ist der fehlende Spalt. Statt dessen gibt es ein justierbares Guckloch. Die Kuppel hat ein ungewohntes Design und ist wie das Teleskop paralaktisch montiert. Das Guckloch kann durch die gekippte Kuppellauffläche auf einer Achse nachgeführt werden.






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